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Einleitung: Unter den Privatdetektiven sind praktisch alle Berufe zu finden: vom ehemaligen Polizisten oder Soldaten über den Ingenieur, Handwerksmeister bis hin zum Arbeitslosen, der seinen Job verloren hat, weil dieser wegrationalisiert wurde. Gründe für den Quereinstieg als Privatdetektiv sind vielschichtig: Immer die gleiche langweilige Schreibtischarbeit, jeden Tag dasselbe, ohne abwechslungsreiche Unterbrechungen. Es sind meist Menschen mit Lebenserfahrung, die eingetretene Pfade verlassen wollen und eine neue Herausforderung suchen. Wie sieht nun der Alltag eines Privatdetektivs aus? Die potentiellen Kunden des Privatdetektivs verzichten oft bewusst auf die Einschaltung der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Der Privatdetektiv kann meist schneller, unbürokratischer und vor allem diskreter ermitteln als die staatlichen Ermittler, zudem ist er nicht an strenge Dienstvorschriften gehalten wie zum Beispiel ein Polizist. Die Gründe für ein Nichteinschalten der Polizei sind mannigfaltig, zum Beispiel Beschattung von Ehepartnern, Aufklärung von Diebstählen in Unternehmen, besorgte Eltern, die ihr Kind in der Drogenszene suchen, Betriebsspionage etc. Das Wort Detektiv kommt aus dem lateinischen „detegere“ und bedeutet „aufdecken“. Und so bedeutet Detektivarbeit oft „nur“ das Aufdecken oder Sammeln von irgendwelchen Informationen, die der Auftraggeber benötigt und dabei – aus welchen Gründen auch immer – die Polizei nicht einschalten will oder / aber diese gar nicht tätig werden würde. Heute ist der Privatdetektiv aus unserer Dienstleistungsgesellschaft nicht mehr wegzudenken und gewinnt dabei immer mehr und immer größere Bedeutung. Trotz immer weiterer Aufgabenfelder entspricht der Beruf des Privatdetektivs nicht der oft abenteuerlichen Vorstellung der breiten Öffentlichkeit. Er ist kein pfeifenrauchender, kühlblickender „Sherlock Holmes“, auch kein harter Einzelkämpfer mit lose sitzender Schusswaffe. Leider wird das Bild des Privatdetektivs in der Öffentlichkeit immer noch verzerrt gesehen, bedingt durch aktionsgeladene Fernseh- und Kinofilme oder Romane. Dort
gibt es Helden, die jeden Fall lösen; oft auch welche, die
ständig
gewaltsam in „Rambo-Manier“ ihre Fälle
lösen, oder die sich am
Rande der Legalität bewegen und diese oft sogar
überschreiten. Matula lässt grüßen! Diese Bilder sind es, die dem „Normalbürger“ im „Kopf herumgehen“, wenn er an den Beruf des Privatdetektivs denkt. Wenn sich der Privatdetektiv im „richtigen“ Leben so wie ein Romanheld verhalten würde bzw. vorginge, käme er sehr schnell mit dem Gesetz in Konflikt und müsste sich einen neuen Job suchen. Die Verfolgungsjagden finden kaum auf den Straßen statt, sondern meist im Internet. Die Kriminalität ist heute in vielen Teilen eine andere geworden und hat andere Dimensionen angenommen. Natürlich gibt es nach wie vor noch die "alte" Kriminalität wie Einbruch, Diebstahl, Versicherungsbetrug etc., aber die moderne Technik (Computer, Internet, elektronische Sicherheitstechnik vgl. hier auch Kapitel 21), bietet dem potentiellen Kriminellen phantastische neue Möglichkeiten; als Beispiele seien hier nur die Forschungs- und Wirtschaftspionage angeführt. Ohne Spezialisierung bzw. ohne umfassende Kenntnisse, wie zum Beispiel im Bereich der Forschungs- und Wirtschaftsspionage, wird es meines Erachtens nach nicht mehr möglich sein, nachhaltig erfolgreich zu werden bzw. zu sein. Es gibt heute wohl keinen Lebensbereich mehr, in dem der Privatdetektiv nicht tätig ist / sein kann. Der Einzelne kann aber - im Gegensatz zu früher - nicht mehr die ganze Palette abdecken. Die Arbeit, die Aufgaben und Anforderungen des Privatdetektivs haben sich geändert und werden sich mit Sicherheit weiter ändern. Der Privatdetektiv von heute muss sich immer wieder den neuen Herausforderungen anpassen, immer bereit sein, dazu zu lernen, und so wird der Beruf des Privatdetektivs immer krisenfest bleiben! Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen, hat es immer gegeben und wird es wohl – leider – immer geben – aber: Der Privatdetektiv von heute muss, um bestehen zu können, jetzt und in Zukunft mindestens genauso clever sein wie sein Gegenspieler. Der Privatdetektiv leistet durch seine Arbeit einen wesentlichen Beitrag für die Ordnung und Sicherheit des Einzelnen und für die Gesellschaft und ist damit unverzichtbar geworden. In den ersten Kapiteln dieses Buches werden die einzelnen Schritte beschrieben, wie der Privatdetektiv sich selbständig macht, von der Anmeldung des Gewerbes bis zur Gründung der eigenen Detektei. Die Frage wird beantwortet, ob es besser ist, sich erst einmal nebenberuflich als Privatdetektiv selbständig zu machen oder gleich voll einzusteigen. Was bringt eigentlich eine teure Detektiv-Schule? - alles nur Abzocke? Wer betreibt eigentlich solche Schulen? - Fachleute? Weiter: Wie kommt der Privatdetektiv eigentlich an seine Aufträge? Wie kann er sich gegenüber der Konkurrenz behaupten? Wie knüpft der Privatdetektiv Kontakte? Wie sollte er werben, ohne gleich sein ganzes Geld in eine kostspielige Werbung zu investieren? Vorschlag für Muster-Werbebrief ist aufgeführt! Welche
Aufgabenfelder sollte der Berufsanfänger wählen? Ist es sinnvoll, wenn der Privatdetektiv für die Auftragserteilung einen extra ausgearbeiteten Dienstleistungsvertrag verwendet mit Geschäftsbedingungen? - Mustervertrag mit Geschäftsbedingungen finden Sie im entsprechenden Kapitel! Und dann die Preisgestaltung: Welches Honorar kann der Privatdetektiv verlangen? Gibt es Richtlinien? Welche Zusatzkosten kann er geltend machen? Wie sieht eine Rechnung aus? - Eine Musterrechnung ist aufgeführt! Sind eigentlich die Kosten eines Privatdetektivs für den Auftraggeber erstattungsfähig? Arbeitsmethoden - Wie arbeitet eigentlich ein Privatdetektiv? Wie geht er am besten vor, was darf er und was darf er nicht? Wie
schreibt der Privatdetektiv einen Bericht für den Auftraggeber, Ein leidiges Thema: Die Buchführung. Welche Buchführung muss der Privatdetektiv machen? Welche Berufsverbände gibt es? Ist es sinnvoll, in einen Verband einzutreten? Unter welchen Voraussetzungen bekommt der Privatdetektiv einen Waffenschein? - Waffenrechtliche Bestimmungen. Und dann die Ausrüstung des Privatdetektivs. Was braucht er? Welche Grundausrüstung für den Berufsanfänger? Welche Spezialausrüstung sollte er sich später anschaffen? Wo kann er diese beziehen - was ist notwendig? Ein
Kapitel ist der Kriminalpsychologie gewidmet. Warum verstoßen
eigentlich Menschen gegen Gesetze? Was sollte der Privatdetektiv
über
die Handlungsweisen dieser Menschen wissen? Jeweils ein Kapitel ist dem Kaufhaus-Detektiv, dem Bewachungsunternehmer und dem Personenschützer (Bodyguard) gewidmet. Ein Kapitel über häufig gestellte Fragen und ein Lexikon über ausgewählte Begriffe im Detektivgewerbe schließen das Buch ab. Dieses Praxisbuch will Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Sie den Beruf eines Privatdetektivs (Kaufhaus-Detektiv, Bewachungsunternehmer, Personenschützer) ergreifen – ob nun haupt- oder erst einmal nebenberuflich – und Ihnen die ersten Schritte in diesen modernen Beruf aufzeigen. Selbstverständlich können die folgenden Kapitel nicht den ganzen Bereich abdecken und alle Fragen beantworten. Sie sollen auch nicht Ihre ganze Unsicherheit beseitigen. Der „Sprung“ in die Selbständigkeit ist immer – auch bei bester Planung und Voraussetzung - mit einem gewissen Risiko verbunden. Vielleicht sollten Sie zuerst einmal – bevor Sie sich selbständig machen – in eine schon bestehende Detektei reinschnuppern oder dort versuchen, ein Praktikum zu machen. Leider bleiben diese Versuche (Praktikum) sehr oft erfolglos. Viele Detekteien haben daran einfach kein Interesse, oder man will sich nicht in die „Karten schauen“ lassen. Aber: Der berufliche Erfolg hängt in erster Linie von der Persönlichkeit des Dienstleistenden ab und die damit verbundenen Eigenschaften wie Flexibilität, schnelle Auffassungsgabe, ein gutes Gedächtnis, logisches Denken, Kreativität, Mobilität; aber auch zum Beispiel gute Sprachkenntnisse in Wort und Schrift. Mut und Selbstvertrauen sind sicher bei jedem vorhanden, der sich für den Weg in die Selbständigkeit entschließt. Wer sich für den Beruf des Privatdetektivs entschließt, den erwartet vielleicht nicht immer ein Abenteuer, aber jedenfalls ein in vieler Hinsicht anspruchs- und verantwortungsvoller und vor allem ein sehr abwechslungsreicher Beruf!
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